Autorenbild: Susanne Marx, Memmingen

 

Norbert Büchler, Jhg. 1961, lebt in Stuttgart und Memmingen

 

Über mich:

 

Ich startete mit einer wenig erbaulichen kaufmännischen Lehre, die mir aber nur die Zeit bis zum Beginn einer famosen Karriere als Rockgitarrist in London überbrücken sollte, was natürlich schief ging. "Weltberühmt" wurde ich lediglich in meiner kleinen Heimatstadt und in den umliegenden Dörfern - trotzdem eine gute Zeit mit vielen Konzerten, u.a. mit der Memminger Band AXIS (1980 - 88). Erste Versuche, die erhoffte Karriere wenigstens schreibend in Romanform auferstehen zu lassen, blieben unvollendet. Nach dem Studium der Jazzgitarre folgten weitere acht konzertreiche Jahre als Berufsmusiker. Ernsthafte Armprobleme veranlassten mich schließlich zu einem pädagogischen Studium, das danach mein Brotberuf werden sollte, und bewirkten die ernsthafte Hinwendung zum literarischen Schreiben. Musikalisch ging es unterdessen nach Südamerika, u.a. mit dem Gitarre-Percussion-Duo DO BRASIL (1997 - 2003), schließlich wurde es auch noch klassisch mit dem Violine-Gitarre-Duo DUO FUOCO (2003 - 2008).

 

Die kreative Zusammenarbeit mit dem befreundeten Bildhauer und Maler Jürgen Batscheider (der auch alle meine Bücher gestaltet) mündete in etliche Projekte, u. a. ein bisher unveröffentlichter und mit Fotografien gestalteter „Paris-Roman“ und ein Symposium auf der Kykladeninsel Tinos mit Künstlern aus ganz Europa, welches auch die Idee für den Rahmen meines Romans Inselfluchten hervorbrachte.

Darin begegnen sich ein Musiker (der anfangs Züge von mir hatte) und ein Bildhauer (der Züge von Jürgen B. hatte), was für beide zu einem folgenreichen Aufbruch führt. Nach Beendigung des Romans hatten beiden Protagonisten jeweils ihre ureigene Persönlichkeit gefunden, Jürgen B. und ich mussten als „Vorlage“ komplett abdanken. So ist das, wenn man seinen Figuren alle Freiheiten lässt - dieses undankbare Protagonistenpack macht sich auf und davon und der schreibende Schöpfer steht machtlos daneben ...

 

Der Roman wurde 2011 von dem Verleger Vito von Eichborn in der Reihe EditionBOD neu herausgebracht (siehe auch sein erfrischendes Vorwort dazu bei den Kritiken), diese Auflage ist jedoch weitestgehend vergriffen.

 

 

 

 

Für mein Buch Bilder einer Ausstellung begleitete ich das Sinfonieorchester, in dem meine Frau spielt, auf mehreren Tourneen und erhielt so Einblicke in eine Arbeitswelt, die sehr eigen ist, gleichzeitig aber auch den Charakter einer herkömmlichen Firmenbelegschaft aufweist. Orchestermitglieder haben mir bestätigt, dass ich ihren Alltag treffend beschrieben hätte.

Das Wesen des fiktiven Chefdirigenten Giamotti  - genialer Maestro und infantiler Kotzbrocken in einem - ist ironisch überspitzt dargestellt. Das beschriebene Fest auf seinem Anwesen hat in Wirklichkeit bei einem real existierenden Dirigenten stattgefunden, wenngleich ich die Örtlichkeit aus nördlichen Gefilden nach Italien verlegt und auch sonst mit Freude übertrieben habe.

Die parallele Raubkunstgeschichte integriert eine Art „Bilderkrimi“ in das Romangeschehen. Zufällig kam nach dessen Fertigstellung die Gurlitt-Raubkunst-Affäre ans Tageslicht. Es wäre „das Buch zur Affäre“ geworden, doch es interessierte sich mal wieder kein Verlag (und in Folge wahrscheinlich auch kein Leser) dafür. Macht aber nichts, das Buch zu schreiben war wie üblich Freude und Qual, mit allen Mühen, die Geschichte beieinander zu halten und insbesondere die historischen Fakten über die deutsche Besatzung Italiens zu recherchieren.

 

 

Meine Teilnahme bei einem Schreibkurs des Schriftstellers Bodo Kirchhoff am Gardasee im Jahr 2014 ließ ein Kapitel eines neuen Romans entstehen, der voraussichtlich 2017/18 erscheinen wird und aus der Rock- und Jazzmusikszene erzählt. Hier kann ich vor allem dank meiner Rockmusikerzeit aus dem Vollen schöpfen und meine Protagonisten sowohl in tatsächlich stattgefundene Chaoskonzerte als auch in nicht stattgefundene Erfolge treiben!

 

 

Dass es in meinen Büchern von verschiedensten Künstlern nur so wimmelt, liegt daran, dass sie mir immer noch nahe sind und ich trotz meines Brotberufs ihnen auf diesem Wege weiterhin eng verbunden bleibe.

 

Außerdem schätze ich die Anarchie, Künstler mit all ihren Marotten durch meine Geschichten zu jagen, was mir mit jedem Buch hoffentlich noch unterhaltsamer gelingt.